Der PEN E-P3 ist ein wahrer Designklassiker, der sich an der Optik und Haptik von Fotoapparaten aus den 60er Jahren orientiert, kombiniert mit neuen technischen Vorteilen. Der Olympus-Entwickler hatte die Vorstellung einer zeitlos schönen PEN-Fotokamera. Die preisgekrönte PEN-Serie hat mit ihrem kompaktem Aufbau, ihrer erstklassigen Abbildungsqualität und ihren benutzerfreundlichen Funktionen bereits viele Laien und Fachleute auf der Suche nach einer zweiten Digitalkamera begeistert.
Auch die neueste PEN-Generation, insbesondere die E-P3, wird sicherlich noch mehr Anhänger haben. Das Highlight dieser Geräte ist der weltschnellste Autofocus für System-Kameras. Die FAST AF, die durch den TruePic VI Image Prozessor angesteuert wird, ist ideal für sich rasch drehende Objekt. Die zehn Filtertypen machen Spaß: Dramatische Töne, körniger Kinofilm, Lochkamera, Pop-Arts, Weichzeichnung, blass & leuchtende Farbe, Lichtfärbung, zarte Sepia, Modelbau oder Kreuzentwicklung, mit denen auf Tastendruck ganz spezielle Bilder oder Filme erstellt werden.
Die E-P3 ist mit dem neuen Design des Gehäuses vertraut: Sie sieht mit ihren Metallgehäusen und dem angenehmen Eigengewicht sehr stabil aus und passt trotzdem gut in die Hände einer Fotokamera ohne ausgeprägte Griffe. Es ist auch ein Touch-Screen, aber Olympus verwendet ihn sehr schonend.
Das Schnell- und Hauptmenu muss dagegen noch über die vielen Taster betätigt werden. Olympus kommt weitestgehend ohne doppelte Tastenbelegung aus, was die Handhabung erleichtern soll. Eine Stärke der E-P3 ist ihre Anpassbarkeit und Konfigurationsfähigkeit im Menu. Olympus hat das Erscheinungsbild des Menüs erfreulich erneuert, während die Verwirrung, vor allem in den Tiefe des Konfigurations-Menüs, anhält.
Dort war es sicherlich klug von Olympus, dass dieses Menu auch "versteckt" werden kann und standardmässig ist. Auch wenn die E-P3 den Eindruck erwecken mag, ist sie nur für Fachleute gemacht, die sich bestens zurechtfinden - das ist nicht der Fall. Dabei hat Olympus alles in seiner Macht Stehende unternommen, um sicherzustellen, dass der Benutzer praktisch nichts einzustellen hat, wenn er nicht will.
HDR Fotografen werden sich darüber erfreuen, dass die E-P3 bis zu sieben Aufnahmen bei einem Aufnahmeabstand von bis zu 2/3 LW zwischen den einzelnen Aufnahmen machen kann, d.h. 4 LW zwischen den hellen und den dunkeln. Durch den angenehmen, schnellen und leisen Autofocus wird die Bildschärfe im Video-Modus kontinuierlich angepasst. Im System-Blitzschuh mit dem darunter liegenden Zubehör-Schuh befindet sich neben dem Stereo-Soundadapter auch der Stift für die drahtlose Übertragung von Bildmaterial oder ein hochauflösender (800 x 600 oder 1,44 Mio. Pixel) elektronischer Bildsucher VF-2 sowie der neue, etwas günstigere VF-3, der ebenfalls eine geringere Auflösung (640 x 480 oder 921.000 Pixel) hat.
Das Mini-Blitzgerät des Pen E-PL3 und E-PM1 arbeitet nicht auf dem E-P3. Warum sollte die E-P3 über einen integrierten Pop-Up-Blitz verfügen, der jedoch etwas ineffizient ist? Obwohl der in der E-P3 eingesetzte LiveMOS Bildsensor noch eine Auflösung von 12 Megapixeln hat, ist dies eine weitere Entwicklung, die eine höhere Qualität und eine höhere Leserate hat.
Dies wird bereits im Autofocus verwendet, wo der Messsensor Messsignale mit 120 B/s ausgibt. Der neue Fühler wird auch für das Video-Signal gebraucht. Im Falle von Serienaufnahmen dagegen verlangsamt sich der maschinelle Verschluß; hier sind nur noch etwa drei Aufnahmen pro Sek. möglich. Er wird hauptsächlich in der Bildmitte eingesetzt, was darauf hindeutet, dass das verwendete Objekt mit einem hochauflösenden Bildsensor besser arbeiten kann.
Der Olympus erfreut sich an der Präzision des Handabgleichs. Aber auch die Farbe ist ansprechend. Der Tonwertverlauf dagegen tendiert eher zur Subjektivierung als zur Neutralität. Olympus hat einen sehr guten Lärmschutz bis ISO 800. Lediglich der rote Kanal ist etwas störanfälliger. Neben der Tatsache, dass Sie immer eine niedrigstmögliche Lichtempfindlichkeit verwenden sollten, können Sie die E-P3 leicht auf ISO 800 anheben, sogar ISO 1600 ist noch in Ordnung.
Bei der ISO-Nr. 3.200 dagegen wird der Verlust der Bildqualität in allen Messparametern sichtbar. Mit dem Pen E-P3 demonstriert Olympus eindrücklich, dass ein neuer Aufbau oder ein noch hochauflösender Bildsensor nicht immer notwendig ist, um eine Digitalkamera gegenüber der vorherigen Generation entscheidend zu optimieren. Die Olympus-Ingenieure verfolgen hier beinahe den perfektionistischen Ansatz, denn das Bewährte bleibt erhalten und das Kritisierte wird gründlich überarbeitet.
Die E-P3 hat auch in Sachen Ausrüstung und Handhabung alles, was das Herz des Hobbyfotografen ausmacht. Auch in der Abbildungsqualität gibt es kaum etwas zu kritisieren, nur der geringe Rauschnachteil bei hoher ISO-Empfindlichkeit gegenüber großen Tastern kann Olympus nicht wegzaubern, aber die E-P3 besiegt sich in dieser Sparte tapfer.
Lediglich die Menüübersicht ist groß genug, das Menu hat Olympus noch nicht ganz unter Kontrolle - vielleicht dann vielleicht mit dem Pen E-P4.