Fanon

Fantaster

mw-headline" id="Leben">Leben[Bearbeiten> | | | edit code]> Der französiche Physiker Frantz Fanon (* 20. Juni 1925 in Fort-de-France, Maryland; 1925; 6. September 1961 in Bethesda, Maryland) war ein franz. psychiatr. Deren dunkelhäutige Einwohner - wie Fanon - wurden formell als französische, aber von den weissen SiedlerInnen als BürgerInnen zweiter Ordnung betrachtet.

Kasimir Fanon erinnert seine Angehörigen an jedem nationalen Feiertag daran, dass die in der französichen Republik verbreiteten Idealvorstellungen Liberty, Egalité, Fraternité (Freiheit, Gleichberechtigung, Brüderlichkeit) den Knechten in Martiniques auf keinen Fall das Recht auf Freilassung brachten. Wenngleich nicht gerade mit Reichtum beschenkt, machte es die Frantz Fanon Family möglich, das Gymnasium Schoelcher in Fort-de-France zu besuchen, wo er von Aimé Césaire unterrichtete.

Fanon ging jeden Tag auf dem Weg zum Lycée an einem Monument für Sch?lcher vorbei. Aber mit zehn Jahren, so Fanon später, hatte er sich schon die Frage gestellt, warum die vielen Aufstände der Schwarzarbeiter, die viel früher für die Beseitigung der Knechtschaft kämpften und dafür exekutiert worden waren, nicht in Erinnerung blieben.

"Nach Kriegsende kehrt Fanon nach Martinique zurück, studiert in Lyon Humanmedizin und Philosphie. Im Jahre 1952 heiratet Fanon die französische Frau Marie-Josèphe Dublé, die " Josie " heiß. Anschließend war er für die National Liberation Front in Algerien und teilweise als Gesandter der Provisional Algerian Government (GPRA) in Accra tätig.

Als er im gleichen Zeitraum im Jahr 1961 an Blutkrebs verstarb, wurde sein großes Werk The Damned of the Earth herausgegeben, das bis heute als eine Art Programm des Anti-Kolonialismus angesehen wird. Die Arbeiten Fanons sind das Resultat und die Theorie seiner Politik und Psychiatrie. In seinem Porträt versucht David Caute, drei Etappen von Fanons Werk zu differenzieren, basierend auf der Gedankenentwicklung in Karl Marx und den Hegelkategorien:

"D] em Mann, der sich seiner Entfremdung bewußt wird" (illustriert durch die 1952 erschienene Handschrift Black Skin, White Masks), "the free citizen of Algeria" (Fanons Beteiligung an der Algerienrevolution und ihre theoretischen Überlegungen im fünften Jahr der Algerienrevolution, 1959 veröffentlicht) und "the socialist revolutionary" (dessen Vorstellungen in Die verdammten dieser Erde, sein letztes Buch, zu lesen sind).

In seinem ersten großen Schaffen ist Fanon noch immer von den Werken diverser Denker (u.a. Marx, Nietzsche, Hegel oder Jaspers) und Psychoanalysten (u.a. Freud, Jung und Adler) geprägt und wird von Jean-Paul Sartre, Merleau-Ponty und der existenzialistischen phänomenologischen Bewegung in Frankreich mitbestimmt. Er wird später seine eigene Lehre entwickeln und in den Mittelpunkt rücken (in Die verdammten dieser Erde gibt es kaum Hinweise auf die politischen und philosophischen Ströme, auch wenn die Auswirkungen auf Fanons Denkweise noch klar erkennbar sind).

Im Mittelpunkt steht nach wie vor die Auseinandersetzung mit den Phänomenen der Rassismen und des Colonialismus, doch die Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen verändert das Denkvermögen Fanons durch seine Beteiligung am Algerien-Krieg und seine politische Erfahrung. Das erste Hauptwerk von Fanon wird 1952 unter dem Namen Schwarzes Haar, weisse Maske in Lyon veröffentlicht. Eigentlich wollte Fanon sein gleichnamiges Büchlein "Essay on the Alienation of the Black" benennen, der knappere Name des Werkes kommt von dem Sartre-Schüler Francis Jeanson, der zusammen mit Fanon an dem Handschriftstück gearbeitet und auch das Geleitwort beigesteuert hat.

Zur Zeit der Niederschrift wurden Fanons Gedanken durch seine konkrete Tätigkeit als Arzt im Krankenhaus Saint- Alban-sur-Limagnole in Frankreich geformt, wo der Chef des Krankenhauses, Tosquelles, neue, hochentwickelte Behandlungsmethoden für die Patientinnen und Patienten anwandte. Fanon's Intention in Black Skin, white masks ist es, eine universell einsetzbare und humanistische Sichtweise zu haben.

Hier geht er in schwarzer Schale, weißer Maske etc. mit Lacans Reflexionstheorem vor und verweist auf Sartres Blickphänomenologie. "Schwarzer Mann scheint aus der Sicht des Weissen unterlegen, aber andersherum ist der Weisse Mann mit seinen'Errungenschaften' in Sachen Hochkultur, kurz: Intelligenz, imitierenswert.

"Deshalb redet Fanon davon, dass der Neger in eine neue Lage gebracht wird, wenn er in einer weissen Gemeinschaft wohnt, die seine Übermacht über die Schwarzbevölkerung verkündet (Philipp Dorestal). So bemängelt Fanon, dass der "Schwarze" eine "weiße Maske" trägt, um in einer kolonisierten Umwelt ernstzunehmen.

Fanon wandte sich in schwarzer Schale von der Négritude Bewegung ab, die zuvor sein gesamtes Politikdenken geprägt hatte. An dieser Stelle könnte Fanon noch an eine emanzipatorische Haltung des Franzosen denken: "Wir Farbige lehnen es ab, Außenstehende zu sein, wir sind Teil des Schicksals Frankreichs.

"Obwohl Fanons erstes großes Hauptwerk noch nicht von seiner später radikal antikolonialen Haltung gekennzeichnet ist, die "die Verfluchten dieser Erde" auch nach dem Auftreten von Sr. schwarzer Haut als revolutionäres Thema bezeichnet, werden weisse Schablonen von den Partisanen des Kommunismus kritisiert. Der Fanon würde die Bedeutung der weissen ArbeiterInnenklasse, die den rassistischen Charakter hinter sich ließ, beim Aufbau einer neuen sozialen Ordnung nicht anerkennt.

Fanon setzt sich für die Freiheitsbewegung ein, doch die KPF lehnt es ab, gegen den Feldzug der franz. 1953 ging Fanon nach Algerien und wurde Chefarzt der Psychiatrie in Blida, 45 km von Algier enfernt. Fanon arbeitete bis 1956 in Blida und kam bald in Berührung mit der Algerierbewegung.

Fanon therapiert auch Angehörige des Macchia mit seelischen Problemen. Nach der Verschärfung der Repressionen und den Auswirkungen auf das Krankenhauspersonal (ein Schlag des Krankenpflegepersonals wurde mit Blut zerquetscht) gab Fanon seinen Rücktritt als Chefarzt in einem Schreiben an den damals französichen Präsidenten von Algerien, Robert Lacoste, bekannt. Er ist nach einem Kurzaufenthalt in Paris als aktiver Mitarbeiter bei der FLN in Tunis.

Fanon ist in Tunis in die Öffentlichkeitsarbeit des FLN und Herausgeber der Tageszeitung El Moudjahid eingebunden. Im fünften Jahr der Algerienrevolution erschien sein Werk, das in Frankreich sofort untersagt ist und nur unterirdisch ausgewiesen werden kann. Er nutzt seine Erlebnisse aus dem anti-kolonialen Krieg des Volkes, die Unterhaltungen und Reportagen, die er von Widerständlern erhalten hat.

Die durch den Nationalaufstand ausgelösten Umwälzungen in der albanischen Bevölkerung versucht er zu generalisieren. Von der unüberwindlichen Spaltung zwischen den kolonialen Herren und den Besiedelten zeugt er, dass die Menschen im Laufe des Krieges die Techniken und wissenschaftliche Methodik der europäischen Bürger erworben haben, die sie zuvor als Teil des kolonialen Systems abgetan haben.

Er ist auch zuversichtlich, was die geänderte Stellung der Frauen angeht: Durch den Freiheitskampf löst sie sich aus ihrer angestammten Stellung in der Familien und wird zu einer aktiven Revoluzzerin, die sich nicht mehr ihrem Ehemann oder ihrem Ehemann, sondern der kriegerischen Vereinigung verbunden fühlen. In Fanons Werk über die algerische Revolution mangelt es an einer Differenzierung zwischen den individuellen Gesellschaftsschichten der bedrängten Menschen.

Nur in The Damned of this Earth wird Fanon eine Untersuchung der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen (Bauern, Arbeitnehmer, Erwerbslose, städtische und Landbevölkerung ) in seine Theorie der Umdrehung einbeziehen und aufzeigen, dass nur gewisse Schichten gewillt sind, den Unabhängigkeitskampf konsistent zu führen. Doch schon im fünften Jahr der marokkanischen Wende hat Fanon eine seiner bedeutendsten Arbeiten entwickelt:

"Fanons Hauptwerk wurde in Bethesda ( "Maryland") bei Washington D.C. veröffentlicht, wenige Tage später starb er an Leukämie. Der Verfluchte dieser Welt ist sein dauerhaftestes und bekanntestes Kunstwerk und faßt seine Erlebnisse, Vorstellungen und politische Analyse über den Krieg gegen die Kolonialherrschaft und den lmperialismus zusammen. Jean-Paul Sartre, mit dem Fanon während seiner Tätigkeit im Gespräch war, schrieb das bekannte Einführungswort.

Wie Che Guevara, der 1965 in den Kongo ging, um die Kubarevolution zu "exportieren", setzte auch Fanon ab 1958 auf die afrikanische Sichtweise, um die antikolonialen Bewegungen in den einzelnen Staaten zu verknüpfen. Darüber hinaus werden in Tunis auch Tagungen abgehalten, die Fanon mitveranstaltet. Dieser Einblick und die wachsende Entfernung zur FLN kennzeichnen die wesentlichen Bestandteile seines jüngsten Buches: Darin formuliert Fanon die Sichtweise einer Sozialistischen Revolution in Afrika, die sich auch gegen die neuen, "indigenen" Regierenden wendet.

Fanon nimmt als Ausgangsbasis für seine Analysen in The Damned of this Earth die Lage der kolonialistischen Gewalttätigkeit und die Gegenkraft der Besiegten in den kolonialisierten Län-dern. Am Ende geht es Fanon jedoch um das handfeste Verhältnis zwischen Kolonialherrn und Kolonialisierten, das sich immer in einer gewaltsamen Unterwerfung äußert, deren Konsequenzen die Köpfe und Leiber der Ausgegrenzten seit Jahrzehnten betreffen.

Entkolonialisierung ist laut Fanon ein Prozess, der das "Ding" wieder zu einer Person macht, die sich als "absolut gesetztes Merkmal" darstellt und sich mit Unterstützung von Gewalttätigkeiten von Entfremdung auflöst. Zum einen ist hier noch der existenzielle Einfluß auf Fanons Denkweise spürbar, aber auch sein immer wiederkehrender psychologischer Blick auf den "Einheimischen" wird klar, wenn er von "überlasteter Libido" und Ersatzaktionen redet, die die vorgebeugte Aggressivität der Besiedelten "abladen".

Für Fanon bedeutet Gewalttätigkeit auch, die eigene Person zu bilden und in ihrem Ringen zu vereinen. Doch nicht alle Kolonialisierten beteiligen sich an dieser gemeinsamen Befreiungsaktion: Fanon bestimmt die Funktion der lokalen Bürgerschaft als kompromissbereiter Kollektivpartner und die nationalistische Partei als ihren eigenen politische Ausprägung.

Das urbane Arbeiterproletariat in der "Dritten Welt" wird auch als Fanon rückwärts betrachtet und gegenüber der Landbevölkerung bevorzugt. Die revolutionären Neigungen entstehen für ihn nur bei den Bauernmassen, und die Aufgabe der Gelehrten für Fanon ist es, sich ihnen zu anschließen. Aber auch er brechen mit der traditionell marxistisch geprägten Linkspartei, als er das "Lumpenproletariat" (Arbeitslose, Slumbewohner) neben der Landbevölkerung entschlossen als Vehikel der Revolte bezeichnet.

Fanon lehnt die mit den bevorzugten Bevölkerungsteilen verbundenen "politischen Parteien" ab. Bei ihm muss sich die Organisierung der Umdrehung zunächst im militärischen Bereich formieren und eine Leitung schaffen, die die Gewalttätigkeiten auf die Eroberung der Macht ausrichtet. Das Gerüst des Entkolonialisierungsprozesses für Fanon ist die Nationalität. Auch das sich herausbildende Kollektivbewusstsein des geschundenen Volks ist immer ein Nationalbewusstsein, das Fanon von feudalem Regionalismus und rassistischem Stammdenken unterscheidet.

Die Vorstellung von Afrika hat sich in der Realität nicht durchgesetzt (? und auch heute noch gibt es in nahezu allen Ländern Afrikas Ethnien....). Diesen Gesichtspunkt betrachtet Fanon in seiner Einschätzung der Nationalität als Keimzelle einer sozialistischen Gemeinschaft nicht. Auch wenn Fanons frühe Werke für ein europaweites Publikum geschrieben wurden, richtet sich sein letzter Text ausschließlich an die "Verdammten dieser Erde", deren Name dem ersten Vers der Internationalen nachempfunden ist.

Durch seine revolutionäre Suche kehrt sich Fanon schließlich von der ArbeiterInnenklasse Europas und den linksliberalen Westintellektuellen als Verbündete für die Freiheit der kolonialisierten Staaten ab. Auf den gewalttätigen Bauernaufstand in Afrika hofft er sehr. Ob Fanon als Gründer einer "antikolonialen Gewalt" zu verstehen ist, ist zweifelhaft. In ihr erkennt Fanon ein Mittel, um sich von einer tief sitzenden Verfremdung zu erlösen.

Die Fanon hat eine kritische und widersprüchliche Beziehung zu "kollektiven Identitäten" wie z. B. Nationen und Menschen entwickelt. Infolgedessen kritisieren die postkolonialen Kritikern, vor allem Homi K. Bhabha, Stuart Hall, Ania Loomba und Gayatri Chakravorty Spivak, die Revolutionstheorien von Fanon als " bipolare Oppositionen wie kolonialer Meister/kolonisiert, West/Rest, Zivilisation/Wild, männlich/weiblich usw. ".

Moderner Marxismuskritiker des Post-Kolonialismus verweisen auch auf Fanons rassistisch-theoretische Werke und revolutionäre Theorien. Die Seuil, Paris 1952. deutsche (Neuauflage): Aspects of the Algerian Revolucion (= st. vol. 337). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1969. German: Die verdammten dieser Erde a. s. vol. 668. Maspero, Paris 1964. Deutsch: Für eine Afrikarevolution.

Reclam, Leipzig 1986. Entkolonialisierung und Umwälzung. März, s. l. 1987, ISBN 3-88880-056-0. Frantz Fanon. Promedia, Wien 2014, ISBN 978-3-85371-370-9, S. 113-123 David Caute: Frantz Fanon ("Fanon", 1970). Alina Cherki: Frantz Fanon. Das Portrait ("Frantz Fanon", 2000). Überlegungen zu Frantz Fanons klassischem Entkolonialisierungskonzept. Online-Ausgabe, Band 3 (2006), H. I. Peter Geismar: Fanon.

Zifferblattpresse, New York 1971. Pramod Nayar: Frantz Fanon. Routledge, London 2013, ISBN 978-0-415-60296-9, Erik M. Vogt: Jean-Paul Sartre und Frantz Fanon. Die Fallen des Themas Freiheit. Frantz Fanons politische Theorien. EVA, Frankfurt/M. 1974. Tracey Nicholls: Frantz Fanon (1925-1961). Grutzpalk: Aus der Perspektive von Frantz Fanon: The Violence in Modern Algeria.

Ergon, Würzburg 2004, S. 137-158 Robin Pape: Biografie von Frantz Omar Fanon. Lewis R. Gordon: Was Fanon sagte: Eine philosophische Einführung in sein Leben und Denken, S. 9. ? Hochspringen nach: abc Sabine Kebir: Nicht Prophet, sondern Gewaltanalystin.

in der Neuen Züricher Tageszeitung vom 18. Juli 2002, international, S. 52 Hochsprung ? Pramod Nayar: Frantz Fanon.