Einige Menschen haben einen hohen Bedarf an Materialien und Bild-Qualität, andere wollen ganz unkompliziert eine einfache Fotokamera zum Drucken und wieder andere eine helle, unproblematische Fotokamera, die es immer noch möglich macht, viel aus den Fotos zu machen. Das RX10 II gehört exakt in diese letztgenannte Klasse. Erstaunlich leicht, gut in der Handhabung und mit klassischem analogem Schlaggefühl.
Ungeachtet des niedrigen Gewichtes ist das Case erstaunlich robust und bietet ein sehr wertvolles Tragegefühl. Neben einem Batterieladegerät (aber dazu später mehr) wird auch eine Gegenlichtblende geliefert. Mit den vielen Funktionalitäten und Leistungsmerkmalen der RX10 hat auch diese RX10 scheinbar einige Schwachstellen. Aber der RX10 II konnte mich sowohl mit dem Live -View auf dem Bildschirm, als auch mit dem digitalen Zielsucher begeistern.
Kein Stoßen oder Zittern, die Farbwiedergabe ist extrem detailgetreu und der Abstand des Suchers zum Bildschirm ist so eingestellt, dass Sie Ihre Schnauze nicht verflachen. Der Sony RX10 verfügt über einen großen Zoom-Bereich von 24-200mm. Auch bei der höchsten Zoomstufe dauert die Brennweiteneinstellung einige Zeit.
Mit 100mm Objektivbrennweite zeigt sich eine geringfügige Verschiebung der Objektive. Unglücklicherweise erscheint meine Handfläche für diese Fotokamera zu groß, oder meine Haltung der Handfläche erscheint verkehrt. Der RX10 II verfügt wie andere Geräte auch über einen elektrisch zuschaltbaren NV-Filter. Abgesehen von dem durchaus akzeptablen Rauschen oberhalb von ISO 1600 kann ich nichts Schlechtes über die Abbildungsqualität berichten.
Das Bild ist gestochen scharfe, und vor allem die Nutzung des RAW-Formats und eine kurze Post-Processing macht die Differenzierung zu den Aufnahmen einer Spiegelreflexkamera äußerst kompliziert. Der RX10 II besitzt einen eingebauten Blitzgerät und einen Blitzschuhadapter mit mehreren Schnittstellen und kann Blitzgeräte und Radiosysteme von Sony ansteuern. Unglücklicherweise kann der Blitzgerät nicht gegen die Zimmerdecke gerichtet werden, wie dies z.B. beim Sony CX100 der Fall ist.
Der RX10 II verfügt über eine angenehm große Anzahl von Schaltflächen, so dass alle wichtigen Funktionalitäten direkt über ein Menu erreicht werden können. Der Menütaster ist der einzigste Knopf auf der rechten Kameraseite und damit in meiner völlig unlogischen Position. Die Einstellung erfolgt nicht wie bei kompakten Kameras über das Bildschirm, sondern über ein Steuerrad auf der Kameravorderseite.
In der Videobetriebsart erscheint der Auto-Fokus permanent neu justiert, was in einem regelmässigen scharfen und unscharfen Prozess mündet. Im HFR-Modus gibt es einen Bug, der von Sony noch nicht beseitigt wurde. Der Fotoapparat verfügt über eine Mindestbelichtungszeit von 1/32000 Sekunden. Wie der kleine W-LAN ermöglicht auch der RX10 den Zugang über das W-LAN.
Die Ansteuerung der Fotokamera sowie die Übertragung von Bildern auf das Mobiltelefon ist möglich. Allerdings sind die für die Fotokamera erhältlichen Anwendungen für mich immer noch nicht zugänglich. Dort bemerkte ich zum ersten Mal etwas wirklich Schlechtes an der Fotokamera. Der Kartenschacht ist auch bei der Verwendung der Stativkamera rasch und einfach zu bedienen.
Bei häufiger eminenter Verwendung der Batterie bleiben die Batterien nicht lange haltbar. Unglücklicherweise speichert Sony mit dieser Fotokamera auch das mitgelieferte Ladeteil. Im Lieferumfang der Messkamera ist ein USB-Ladekabel enthalten, an das die Messkamera angeschlossen werden kann. Der Ladevorgang über USB ist für die meisten Anwender wohl völlig unzureichend. Bei abendlichem Anschluss der Videokamera wird diese am folgenden Tag aufgeladen und kann sofort mitgeführt werden.
Dennoch würde ich ein eigenes Batterieladegerät für die Ladegeräte bevorzugen. Beim Kauf eines zweiten Ladegeräts wird sowieso ein Netzteil zum separaten Aufladen der Ladegeräte verwendet. Selbst wenn die Video- und Fokussierungsfunktionen zu wünschen übrig ließen, macht ein hervorragender Fokussierungsbereich die Sony DSC RX10 II für mich zur idealen Reisebegleiterin mit guter haptischer Qualität und einem robusten Kameragehäuse.
In RAW zu photographieren, gibt der Fotoapparat der Fotoapparat das gewissen Etwas und bietet dem fotografierenden Anwender ein breites Spektrum an Korrektionsmöglichkeiten in der Post-Processing-Phase. Wenn Sie der Gesamtpreis von fast 1300 nicht entmutigt, dann macht der RX10 II mit Sicherheit nichts falsches für das Filmen.