Auslöseverzögerung: Die Auslösung erfolgt erst, wenn sich der Fotograf bereits aus dem Bildteil bewegt hat. Beim Fotografieren ist die Auslöseverzögerung das Zeitintervall zwischen dem Betätigen des Kameraauslösers und dem eigentlichen Aufnahmetermin. Die Auslösungsverzögerung wird bei Autofokus-Kameras hauptsächlich durch die automatische Fokussierung beeinflusst.
Der Auslöseverzug ist ein Konstruktionsmerkmal und besteht je nach Technologie aus verschiedenen Bauteilen, teilweise mechanisch, teilweise elektronisch. Bei einigen alten Sucher- und digitalen Fotoapparaten löst der Verschlussdruck eine ganze Serie von mechanischen Vorgängen aus: Bei einigen alten Fotoapparaten wird der Zentralverschlussdeckel angezogen (nicht mehr üblich); bei Fotoapparaten mit Autofokus wird durch einen Elektromotor die eingestellte Distanz bestimmt; bei einigen Fotoapparaten und allen Fotoapparaten mit offener Blende wird die Arbeits-Blende nachgestellt; bei anderen Fotoapparaten wird die Blende durch den Autofokus nachgestellt; bei anderen Fotoapparaten wird die Blende nachgestellt; bei anderen Fotoapparaten wird die Blende durch den Autofokus ersetzt;
wird diese bei einschaligen SLR-Kameras mit Schwenkspiegel aus dem Strahlenweg ausgeschwenkt; bei blendfreien Digitalkameras wird der Schlitzverschluß zur Betrachtung des Motivs im Elektronensucher zunächst verschlossen und der Bild-Sensor entfernt; erst dann kann der Verschluß aufgeklappt werden und die tatsächliche Aufnahme beginnen. Der Belichtungsmesser und die Belichtungseinstellung erfolgen bei Verwendung moderner Kamera fast sofort.
Manche Spiegelkameras beheben die Belichtung jedoch sofort nach dem Schliessen der Gegenlichtblende wieder und stellen eine kleine Zeitverzögerung ein, z.B. ca. 60 Millisekunden für die Minolta XD-Serie. Bei modernen Fotoapparaten erfolgt die Auslösung in weniger als 200 Millisekunden, einschließlich aller anderen technischen Zeitverzögerungen.
Signifikante Abweichungen in der Auslöseverzögerung resultieren aus dem Autofokusprozess. Man unterscheidet zwei Gruppen, den Kontrast-AF und den Phasen-AF. Die bei Filmkameras bereits weitverbreitet eingesetzte Phasenvergleichsmethode funktioniert mit getrennten Messköpfen im Triangulations-Verfahren und kann in den meisten Anwendungsfällen das Objektiv der Kamera gezielt auf das jeweilige Objekt ausrichten.
Diese Technologie wird von den meisten Digitalkameras und allen Filmkameras mit passiver AF-Funktion verwendet. Fotoapparate mit Phasen-AF erzielen in der Regel Reaktionszeiten von weniger als einer Halbsekunde, manchmal weniger als 100 mSekunden. Beim Fokussieren mit dem Randkontrastverfahren wird das vom Sensor generierte Kamerabild kontinuierlich ausgewertet.
Dies hat neben dem wesentlich höheren Berechnungsaufwand den prinzipiellen Vorteil, dass sich der Autofocus der richtigen Position nähern und ggf. mehrmals hin- und herbewegen muss. Dies kann bei einfachen digitalen Fotoapparaten auch bei guten Lichtverhältnissen einige Augenblicke in Anspruch nehmen; selbst qualitativ hochstehende Anlagenkameras brauchen deutlich mehr Zeit als Fotoapparate mit AF.
Der AF im Live-View-Modus der meisten SLR-Kameras funktioniert auch mit Kontrast-AF und ist daher relativ träge. 1 ] Sie erzielen durch den AF ähnliche geringe Verspätungen wie Spiegelreflex-Kameras. Bei den aktuellen digitalen SLR-Kameras sind je nach Ausführung und Aufnahmesituation Auslösungsverzögerungen von 0,2-0,5 s zu erwarten, während bei den Kompaktkameras mit Auslösungsverzögerungen von bis zu mehr als einer Sek. gerechnet werden muss.
Im Normalfall kann mit dieser Methode eine Verzögerungszeit von weniger als 0,1 Sek. erlangt werden. Diese Methode arbeitet jedoch bei Nah- und Makrofotografie aufgrund des Systems nicht, die Kamera wertet dann den CCD verhältnismäßig zäh aus. Informationen über die Auslöseverzögerung sind in den technischen Merkblättern der Kamera-Hersteller in der Regel nicht enthalten; realistische Informationen können in der Praxis nur in eigenständigen Prüfberichten gefunden werden.
Liefern die Gerätehersteller diese Angaben, handelt es sich in der Regel um die Auslöseverzögerung nach der Scharfstellung, da der Einfluß verschiedener Aufnahmesituationen und der Verwendung verschiedener Optiken keine feste Anzeige gibt. Durch die Auslösungsverzögerung der Kameras wird die Spontanaufnahme gestört oder ganz ausgeschlossen. Die Fotografin kann eine lohnende Aufnahmesituation vorwegnehmen und durch den Factor früher anstoßen, bevor das gesuchte Foto aufgenommen wird.
Eine zweite Möglichkeit ist, prinzipiell Serienbilder zu machen und auch ein paar wenige Augenblicke oder Bruchteile einer Sekunde im Voraus zu nehmen; allerdings muss die Bildsequenzzeit der Spiegelreflexkamera berücksichtigt werden, sonst ist der Puffer der Spiegelreflexkamera gefüllt, bevor das gesuchte Motiv überhaupt eintreffen kann. Bei den meisten digitalen Kameras gibt es einen zweistufigen Auslöser: Im ersten Schritt werden Schärfe und Belichtungszeit fixiert, erst im zweiten Schritt wird das Foto mit sehr wenig Verspätung gemacht.
In der Praxis kann dies auf viele verschiedene Modelle angewendet werden: Im Erwartungsfall wird der Trigger berührt und festgehalten - so wird der erste Schritt gemeistert. Wenn Sie dann den Abzug drücken, müssen Sie nur die kurze Verzögerungszeit von Schritt zwei überwinden. Einige kompakte digitale Fotoapparate haben eine Schnappschuss-Einstellung, bei der das Objekt in einem mittleren Abstand, in der Regel dem Hyperfokusabstand, fixiert ist, so dass z.B. aus einer Reichweite von etwa zwei Meter alles "scharf" ist; es gibt keine Autofokus-Verzögerung.
Die gleiche Technologie kann auch mit allen anderen Kameraobjektiven verwendet werden. Manche Fotoapparate bieten eine sogenannte Schärfefalle, bei der die Fokussierung von Hand auf einen gewissen Wert vorgenommen wird und die Fotoapparatur fast augenblicklich ausgelöst wird, sobald ein sich bewegendes Objekt diesen Wert überschreitet. Ein bewusster Auslöseverzug wird durch den Eigenauslöser erreicht. Nachdem der Auslöser gedrückt wurde, warten einige Augenblicke, bis das Bild aufgenommen wurde.
Der Anwender der Spiegelreflexkamera kann diese zeitliche Spanne nutzen, um sich z.B. vor dem Objektiv zu platzieren, um auch auf dem Bild zu sein. Für Kameras, die keinen Kabel- oder Fernauslöseranschluss haben, kann der Self-Timer auch als Notauslöser eingesetzt werden, um Verwacklungen bei der Aufnahme von Bildern mit einer langen Belichtungsdauer von einem Dreibeinstativ zu vermeiden.
Zuerst gibt die Digitalkamera einen Blitz ab, der Blitz wird erst einen Augenblick später aufgenommen.