Ein gummierter Daumenaufsatz auf der Kamerarückseite bietet ebenfalls einen festen Sitz und gibt dem Alpha 390 einen viel festeren Boden. Sie wiegt ca. 550 g (gebrauchsfertig, aber ohne Objektiv) und ist dadurch sehr leicht. Unangenehmer ist jedoch die Tatsache, dass Sony dieses geringe Eigengewicht offensichtlich durch die Verwendung preiswerter Werkstoffe verwirklicht hat:
Das Alpha 390 liegt mit seinem Ein/Aus-Schalter in einem Ring um den Abzug im Zeitgeist. Es war zu einfach, die Blendeneinstellung abzuschalten. Sony hat oben rechts am Gerät ein übersichtliches Betriebsarten-Einstellrad montiert, mit dem die Alpha 390 schnell konfiguriert werden kann.
An der Rückwand des Alpha 390 hat sich gegenüber seinem Vorgänger nichts verändert. Schließlich kann die Anzeige um 90° nach oben und um ca. 70 nach unten geklappt werden - Aufzeichnungen im "LiveView-Modus" sind somit auch ohne Halsverzerrungen möglich. Sehr informativ ist auch das Display: Es bietet auf Anfrage eine kleine Erklärung der aktuellen Einstellungen zusammen mit einem Beispiel.
Über die Taste "Fn" können am Alpha 390 wesentliche Grund- und Feinstellungen abgerufen und verändert werden. Anspruchsvolle Photographen werden sich auch darüber ärgern, dass die Möglichkeiten des Funktions-Menüs nur in den Betriebsarten P, A, S und L verfügbar sind. Die Szenenmodi hängen von den Einstellungen ab, die die Ingenieure von Sony in der Alpha 390 programmiert haben.
Nur zur Belichtungskorrektur hat die Alpha 390 eine eigene Taste, arbeitet aber nur in den Betriebsarten P, A, S und M. Die kompakte Menüführung der Alpha 390 ist typischerweise sehr gut aufbereitet. Es ist nie notwendig, über den Rand des Bildschirms hinaus zu blättern, um einen Menüeintrag abzurufen - das sollte bei jeder einzelnen Digitalkamera der Fall sein!
Sony hat auch das Batteriefach gut positioniert: Ausrüstung Schon die recht preiswerte Aussteuer an Weichen und Tasten zeigt: Das Sony Alpha 390 ist in erster Linie für diejenigen gedacht, die ohne übermäßige Anpassungsorgien schöne Bilder machen wollen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Alpha 390 nicht im Detail an die jeweiligen Aufnahmesituationen angepasst werden kann.
Es werden automatisch die für das Objekt und die Lichtverhältnisse geeigneten Werte ausgewählt. Die Alpha 390 hat jedoch keine Gesichts- oder Smileerkennung. Sie ist halbautomatisch (Verschlusszeit oder Blendenpriorität) und kann auch vollständig von Hand gesteuert werden - der Auto-Fokus kann auch abgeschaltet werden.
Das Alpha 390 kann sowohl auf den zweiten Behang blinken als auch mit einer langsamen Verschlussgeschwindigkeit synchronisieren. Der On-Board-Flash der Alpha 390 kann auch als Steuereinheit für einen ausgelösten System-Flash verwendet werden. Sony hat alle zugehörigen Einstellmöglichkeiten in einem separaten Flash-Funktionsmenü zusammengefaßt. Leider hat auch hier die Blitzbelichtungskorrektur keinen Raum mehr - es ist möglich, aber nur unbequem über das Kamerahauptmenü.
Übrigens hat die Alpha 390 kein zusätzliches Autofokuslicht; bei Bedarf überspringt der eingebaute Blitz mit einem kraftvollen "Klick" die Szenerie mit einer Blitz-Salve. Ein besonderes Merkmal der Alpha 390 ist der LiveView-Modus. Anders als die Spiegelreflexkameras anderer Anbieter fokussiert die Kamera von Sony nicht über die Kontrast-Messung auf den Sensor.
Die Alpha 390 besitzt stattdessen einen Spezial-LiveView-Sensor, so dass der wesentlich schneller arbeitende Phasen-AF auch im LiveView-Betrieb immer aktiviert ist. Wenn gewünscht, kann die Digitalkamera ein laufendes Bild im LiveView-Modus anzeigen (wichtig für die Belichtungssteuerung). Allerdings kannte sie weder ein Raster noch einen "künstlichen Horizont". Der Nachteil dieses LiveView-Konzepts: Die Alpha 390 kann keine Videoaufnahmen machen.
Außerdem ist die Ausgangspupille so weit im Sucherschaft, dass man weit in eine viel zu kleine Peep-Box schauen kann. Die Alpha 390 hat einen modernen Autofokus: Neun AF-Fokuspunkte, die auf Anfrage individuell ausgewählt werden können. Im Regelfall erkennt der Autofocus sein Motiv recht schnell, in der Regel hat die Alpha 390 etwa 0,5 s nach dem Drücken des Auslöseknopfes fokussiert und losgelassen.
Wenn der Autofocus noch vom festen Typ ist, erscheint die Digitalkamera sonst etwas zäh. Die Alpha 390 kann Belichtungsreihen aufnehmen (immer drei Bilder, optional mit 0,3 oder 0,7 LW Abstand) und hat einen selbstauslösenden Timer mit zwei oder zehn Sek. Sony hat auf die Spiegelvorauslösung verzichtet, und das Alpha 390 verfügt nicht einmal über einen Blendschutzknopf zur Überprüfung der Blendtiefe.
Auch im Wiedergabemodus hat Sony die Funktionalitäten gespeichert - hier kann der Alpha 390 am besten selbst kochen: Er kann Fotos rotieren, als Diashow darstellen oder an einen Printer schicken. Mit Bildverarbeitungsfunktionen wie Beschneiden oder Framing ist die Alpha 390 jedoch nicht vertraut; selbst RAW-Bilder können nicht unmittelbar in der Digitalkamera entwickelt werden.
Das Alpha 390 kontaktiert ein TV-Gerät ausschliesslich über HDMI-Kabel. Kommt der TV-Gerät auch von Sony, kann die Musikwiedergabe komfortabel über die Fernsteuerung des TV-Gerätes gesteuert werden. Der Alpha 390 hat den 14,2 Megapixel CCD-Bildsensor von seinem Vorgänger erbt. Während die Abbildungsqualität der Alpha 380 in unserem Testbericht vor einem Jahr noch überzeugte, ist die Messlatte heute größer.
In den vergangenen Jahren haben Canon und Sony bewiesen, dass eine höhere Bildpunktdichte auf einem der APS-C Sensoren nicht unbedingt mit höherem Geräuschpegel erworben werden muss. Nun stellt sich die Frage, ob die Alpha 390 noch mit ihrem nicht mehr ganz so frischen Fühler mitkommen kann. Darüber hinaus haben wir die Alpha 390 unter verschiedensten Einsatzbedingungen ausgiebig in der praktischen Anwendung erprobt.
Kurz gesagt: Sony hat Sony keinen Dienst erwiesen, indem es keinen modernen Fühler in die Alpha 390 eingebaut hat. Der Rauschverlauf der Kameras nimmt bereits ab ISO 400 zu. Die Alpha 390 hingegen ist recht freundlich, wenn es um "Helligkeitsrauschen" geht; sie macht sich erst ab ISO 1600 bemerkbar. 3.
Selbst mit dem Dynamikbereich, der tatsächlich eine Domain von Sony-Sensoren ist, zeigt die Alpha 390 bestenfalls Mittelmäßigkeit: Bei ISO 100 ist ein Eingangsdynamikbereich von 8,3 Blenden ("EV") in Ordnung. Mit der Ausgabedynamik platzt die Alpha 390 mit einem viel zu hohem Schwarzpegel über alle ISO-Ebenen auf. Die Sony Ingenieure haben den Fokus der Alpha 390 sehr gut im Griff: Die Kameras sind in allen Helligkeitsbereichen extrem zurückgehalten und vermeiden so zuverlässig störende Kanteneffekte.
An dieser Stelle kann die Alpha 390 anscheinend die Stärken eines CCD-Sensors hervorheben, da CCD-Sensoren im Allgemeinen eine größere Bildschärfe haben sollen als ihre Mitstreiter. Die Alpha 390 ist in puncto Klangwiedergabe recht "knackig" - typischerweise eine Einstiegskamera. Allerdings sind die Lampen rasch erodiert, aber zum Glück zeichnet die Alpha 390 auch im RAW-Format auf.
Das Set-Objektiv DT 18-55 Millimeter 3,5-5. 6 SAM, mit dem wir die Spiegelreflexkamera geprüft haben, ist nicht ganz überzeugend: Die Alpha 390 bietet eine zurückhaltende Farbwiedergabe, aber einen zu kühlen Touch. Überlegen ist die Digitalkamera auch bei der Aufnahme, besonders wenn der Blitzgerät verwendet wird: Das Blitzgerät leuchtet den Hintergrund ganz diskret auf, die Bilder scheinen nie zu überblitzen.
Schlussfolgerung Die Alpha 390 ist ein Facelifting ihres Vorgängers, der Alpha 380 - mehr nicht. Das Sony hat das aktuelle Gerät überarbeitet, es passt viel besser in die Hände. Neben dem schnellen Autofocus verhält sich die Alpha 390 auch recht zäh. Die nicht gerade luxuriöse Ausrüstung der Alpha 390 wendet sich in erster Linie an Photographen, die ohne Stift fotografieren wollen.
Für die Alpha 390 sprechen das geniale LiveView-Konzept: ein rascher, präziser Fokus ohne störende Spiegelschläge - das bieten zur Zeit nur Sony mit dem "Quick AF Live View". Gegenwärtig gibt es zu diesem Zweck aber auch eine Alpha 500 inkl. Setobjektiv. Letzteres liefert eine höhere Qualität, ist viel rascher und vor allem viel satter.
Der Alpha 390 überlässt dem Prüfer einen schmeckenden Eindruck wie erwärmter Espresso.