Zu den ersten wirklich leistungsfähigen Geräten gehörte die X100 von Fujifilm Neben dem herkömmlichen Sucher hatte diese auch einen elektronischen Sucher. Die X100 mit fester Brennweite wurde kurz darauf durch die X-Pro 1 mit Wechselobjektiven und der Möglichkeit, zwischen optischer und elektronischer Sucherfunktion zu wählen, komplettiert.
Der X-E1 war im folgenden Arbeitsschritt komplett ohne optische Sucher. Wie die Bezeichnung "spiegellose Kamera" schon sagt, besteht der wesentliche Unterscheid zwischen den beiden Kamerasystemen im Verzicht auf die Spiegelbox, die zum einen wesentlich kleinere Gehäuse und zum anderen durch die veränderte Brennweite neue Objektivleitungen oder Adapter benötigt werden.
Die Fuji X-E1 war für mich die erste System-Kamera mit elektr. Sucher. Zuerst als zweites System zur Canon EOS 1DX, hatte ich eigentlich Schwierigkeiten, mich mit dem Elektronensucher aufzumachen. Ausschlaggebend dafür waren die niedrigere Bildauflösung im Verhältnis zum Sucher, die niedrige Messdynamik, die Verzögerungszeit und der wirklich träge Auto-Fokus - vor allem im zugegebenermaßen unfairen Verhältnis zur EOS 1DX.
Inzwischen verwende ich nur noch das Fuji-System und hauptsächlich den Fujifilm X-E2, dessen Sucher hinsichtlich Menüauflösung, Helligkeit und Delay deutlich besser geworden ist und in seiner Gesamtheit viel besser zu sein scheint. Dabei sollte man jedoch nicht übersehen, dass das X-E2 nicht dem heutigen technischen Standard genügt. "Electronic Seeker: Mäusekino bleibt Mäusekino" Ein Blogbeitrag meines neuen Fotofreundes Christian Rohweder hat mich auf den Beitrag von Dr. Steiner hingewiesen.
Die Vor- und Nachteile des elektronischen Suchers beschreibt Steinhoff in seinem Beitrag richtig. Steinhoff' s Kritiken sind: Weil meiner Meinung nach viele Anbieter sich mit den Benachteiligungen der digitalen Sucher in ihren aktuellen Geräten beschäftigt und diese erheblich weiterentwickelt haben. In dieser Hinsicht ist Steinhoffs Vorwurf nur teilweise richtig, was in Christians Blogbeitrag sehr treffend erklärt wurde.
Auch bei Qualitätskameras ist der Elektronensucher sehr akzeptabel, aber immer noch nicht mit dem Sucher vergleichbar. Nun, das ist in den Augen der Betrachter. Weil es sehr stark vom Einsatzbereich der Digitalkamera und den Erwartungen an einen Sucher abhängt. Das, was einen Sucher in Steinhoffs Blickfeld perfekt macht, beschreibt er selbst:
Dabei gibt es immer noch keine Alternativen zum Sucher. Nun kommen wir zu einer beinahe weltanschaulichen Ebene und zwei weiteren Fragen: Kann ein Sucher diese Erwartungen erfüllen? Nun zur ersten Frage: Im Sucher einer DSLR bekomme ich ein verhältnismäßig realitätsnahes Bild von dem, was ich ohne Fotoapparat erblicke.
Durch den Sucher bekomme ich einen weiteren Einblick in den Ausschnitt, die Auswirkung der ausgewählten Objektivbrennweite und durch Betätigen der Blende eine Vorstellung von der Fokusverteilung. In schwachem Lichteinfall kann ich im Sucher noch weniger sehen als mit dem bloßen Augen. Die manuelle Fokussierung ist mit der Standard-DSLR-Fokussierscheibe auch wesentlich schwieriger als im E-Sucher einer DSLM mit Zoomansicht und zusätzlicher Fokussierhilfe.
Möchte ich, dass mein Sucher mir ein Bild von dem, was ich mit meinem Blick sehen kann, so unverfälscht wie möglich gibt, oder möchte ich eine Voransicht der von meiner Fotokamera so repräsentativ wie möglich abgespeicherten Dateien, wenn sie ausgelöst werden? Für mich selbst geht es bei der Photographie um die Aufnahme von Bildern. Deshalb möchte ich mir einen realitätsnahen Einblick in die zu erstellende Grafikdatei verschaffen.
Je weiter das Sucherbilder der abgespeicherten Dateien kommt, umso besser ist es für mich (Stichwortgleichheit). Bei der DSLR kann ich mir einen Überblick über den Ausschnitt, den Bildeffekt und die Fokusverteilung verschaffen, beim Digitalsucher hingegen die Auswirkung der ausgewählten Kameraeinstellung, die Korrektur der Belichtung und ich kann neben unzähligen weiteren Überblendungen auch in das jeweilige Motiv zoomen.
Im RAW-Konverter kann ich natürlich noch viel verändern, aber "On Location" hat den elektronischen Sucher einen großen Wert. In der DSLR kann ich auch die Auswirkung dieser Einstellungen auf die aufgezeichnete Aufnahme sehen, indem ich mir das aufgezeichnete Foto auf dem hinteren Display ansehe. Wenn ich im High-End-Bereich sportlich unterwegs sein will, kommt man in meinen Augen an der DSLR von Canon oder Nikon nicht vorbei.
Nicht nur wegen des Suchers, sondern wegen des Gesamtpakets und vor allem wegen des AF und der Objektive. Bei den meisten anderen Anwendungsbereichen gibt es andere Gründe, die meiner Meinung nach wesentlich entscheidender sind als das Sucher-System. Ich erwarte für einen Sucher dasselbe wie für einen Monitor: Ich möchte ein Bild der erwarteten oder bereits gesicherten Dateien so unverändert wie möglich haben.
Deshalb ist ein elektronischer Sucher für mich und meine Fotografien einem Optiksucher weit voraus. Aber wenn ich mich an den Sucher meiner ehemaligen OM1 erinnern würde, könnte ich wieder geschwächt werden. Aber mit den Sucher der heutigen DSLR ist das anders.