Bei dieser Kameraklasse ist die Exilim EX-V7 der einzigste Konkurrent mit 7-fach-Zoom-Optik, aber ihre Objektivbrennweite trägt dem praxisgerechten Weitwinkel-Bereich nicht Rechnung, sondern liegt zwischen 38 und 266 Millimetern. Das Objektivdesign der Caplio R6 ist im Versuch jedoch nicht ganz einwandfrei - die Abbildungsleistungen sind gut, aber das unangenehme Rasseln und lautes Rauschen (das sich anhört, als ob der Zoommechanismus gebrochen wäre) und die ungenaue Zoomregelung sind störend beim Zoom.
Das Bild ist gut und die Farbreproduktion ist überzeugend, aber die R 6 weist auch die gewohnten Probleme mit hoher ISO-Empfindlichkeit wie z. B. Rauschen ab ISO 200 und eine deutliche Reduzierung der Auflösung durch Unterdrückung auf. Zusätzlich zum Weitwinkelzoom verfügt der Rica auch über einen automatischen Stabilisator mit beweglichem Sensor, einen 2,7-Zoll-Monitor und ein gut bearbeitetes Leichtmetallgehäuse.
Der gesamte Betrieb ist simpel, aber die Steuerung ist recht kompakt und erfordert scharfe Finger. Mit dabei ist auch eine Auto-Bracketing-Funktion, die eine Reihe von Bildern mit unterschiedlichen Belichtungen macht - für alle, die sich mit HDR-Fotografie beschäftigen wollen. Nach dem Einschalten (2,1 Sekunden) und der Auslösungsverzögerung (0,42 Sekunden) ist die Bildrate sehr langsam - für 5 aufeinanderfolgende Aufnahmen benötigt die 6.
Trotz ihrer Schwäche überzeugt die Caplio R6 mit einer Mischung aus praktischen Features und guter Gesamtqualität, der Gesamtpreis von rund 260 EUR ist vernünftig. Der unmittelbare und ebenso kostspielige Wettbewerber Casio Exilim EX-V7 übertrifft sie damit um einiges. Das 7-fach-Zoom kann entfallen und ist mit einem ebenso respektablen 5-fach-Zoombereich zufrieden, bekommt mit der Sony DSC-T100 eine noch schneller und besser werdende Mini-Kamera, muss dafür aber 90 EUR mehr ausgeben.