Wie eine Webcam, um die Schneebedingungen vor einem Skiferienaufenthalt zu überprüfen.
Er wird an Board eines Erderkundungssatelliten im unteren Orbit unter Relais-Satelliten geflogen. Abhängig von den Anforderungen kann er sich mit einem der beiden Sateliten verknüpfen und in wenigen Augenblicken die aktuellen Bilder der Erdoberfläche an einen Computer oder ein Mobiltelefon aussenden. In Friedrichshafen arbeiten Airbus Defence and Space daran, solche Situationsbilder innerhalb von wenigen Augenblicken und so leicht wie möglich verfügbar zu machen.
Im Orbit sind derzeit mehrere Dutzend Erderkundungssatelliten unterschiedlicher Art, Länder und Operatoren, die aus allen Erdteilen der Erde ausstrahlen. Praktisch ist es komplizierter: Benötigt ein Rettungsdienst ein Abbild einer Region eines Erdbebens, muss er zunächst eine Aufforderung zur Missionssteuerung der schnellstmöglichen Ankunft der betroffenen Personen im Zielbereich an die Missionsleitung richten.
Dieser überträgt den Befehl seinerseits an den jeweiligen Satteliten, der die Aufnahme beim nächstfolgenden Flug macht und zurückschickt - das sind in der Regel immerhin gut 90min. Mit einer Neuerung von Airbus Defence and Space soll dem bald ein Ende gesetzt werden. Mit der so genannten WebHopper-Technologie sollen zukünftig Erderkundungssatelliten mit besonderen Funkgeräten ausgestattet werden.
Sie sind " nach oben " gerichtet und kuppeln den Satellit mit einem darüber liegenden Relaysatelliten, z.B. einem Sondersatelliten. Angemeldete Benutzer können sich über einen simplen Web-Browser mit Kennwort und verschlüsselter Verbindung zum Internet -Hopper einloggen. Per Mausklick kommen die Satellitenaufnahmen innerhalb weniger Augenblicke auf den Schreibtisch-PC, das Mobiltelefon oder das Tablett - kaum aufwändiger, als wenn man vor dem Skiferienaufenthalt per Webcam die Schneelage vor Ort überprüfen würde.
Nicht nur die Rettungsdienste werden mit dem neuen System völlig umgestaltet. So können beispielsweise Logistiker in Zukunft ihre Waren rund um den Erdball einfach und zu jeder Zeit verfolgen. In Friedrichshafen ist Airbus Defence and Space dabei, den neuen Internet-Hopper im Rahmen einer Erdmission zu simulieren und so weiterzuentwickeln, dass er erstmalig auf einer entsprechenden Bodenbeobachtungsmission zum Einsatz kommen kann.
Auf lange Sicht soll der Internet-Hopper auch für die neue Bartolomeo-Außenplattform der ISS eingesetzt werden.